Noch befinden wir uns an der Westküste von Portugal, aber heute geht es Richtung Süden. Dass wir ein Frühstück zu uns nehmen, sollte mittlerweile keine Rede mehr wert sein. Wir verabschieden uns von O Cachorro und lassen das Landhaus (mit dem ersten gemütlichen Bett der Reise) hinter uns.

Wir fahren also durch die Gegend. Man sieht eine Abwechslung zwischen trockenen Feldern, dürrer Landschaft und grünen Baumkronen.

Vormittags ist es trüb. Wir passieren ab und an Häuser in schlechtem Zustand, fahren an kleinen Dörfern, Weingärten und Obstständen vorbei, die Straßen oft mit Alleen gesäumt. Kühe und Schafe grasen auf grün-braunen Wiesen. Wir überholen ein langsames, altes Auto während uns ein anderer Campingbus entgegenkommt. Links uns rechts stehen nun grün leuchtende Pinien in Reih‘ und Glied. Dann wieder Gegend.
Wir erreichen Sagres, fahren aber weiter bis zum Cabo de São Vicente. Der südwestlichste Punkt des europäischen Festlands. Hier gibt es eine groß-artige Sitzgelegenheit, wo nicht einmal ich mich beschweren darf. Wobei, Armstützen wären schon noch fein gewesen…

Das Highlight ist ein in Baufolie eingewickelter Leuchtturm – das sieht man auch nicht alle Tage:

Sehr beeindruckendes Handwerk:

Und jede Menge Aussicht auf die steilen Klippen, das Meer und andere Tourist:innen, die auch gemeint haben, es wäre jetzt eine gute Zeit um hier her zu kommen.
Und wenn man ein bisschen spazieren geht, dann sieht man etwas am Horizont.

Es ist die „Letzte Bratwurst vor Amerika“, der wohl berühmteste Würstelstand der iberischen Halbinsel. Man findet ihn angeblich in jedem Reiseführer und wird in der Deutschen Sprache bedient, wenn man dieser mächtig ist. Heute gibt es zwei Sorten von gegrillter Fleischpaste. Der Preis von 4 Euro ist für eine solche Falle eigentlich überraschend niedrig und beim Erwerb erhält man gleich ein Zertifikat mit dazu, das bestätigt, dass man auch tatsächlich hier war, sollte man das wieder vergessen.

Dieser Stand ist natürlich nicht im Hinterholz versteckt, sondern steht Prominent auf der Zufahrtsstraße zum Leuchtturm, den man nicht sehen kann. Auf dieser fahren wir nun zurück nach Sagres, zu einem Geschäft, das uns unsere hauseigene Keramikfachfrau empfohlen hat: das Artesanato a Mó.

Wir sind leicht überwältigt von der gigantischen Auswahl an Keramik. Gut, dass wir keinen Platz für mehr schönes Geschirr haben. Heinz und Eva statten sich jedoch mit einer erstklassigen Selektion von Tellern und Schüsseln aus.

Hier sind die beiden übrigens, und kochen für uns. Heute gibt es eine Quinoa-Bowl mit Quinoa – no na – würzigen Champignons, Zwiebeln, Brokkoli, Spinat-Bällchen, Kartoffel-Linsen-Eintopf von gestern, Granatapfel, Mango, Cranberries und Mandeln, aber ohne Avocado, weil die schimmelt. Den nicht so edlen Schimmel. Sollte jemand noch keinen Appetit bekommen haben, hier das Ergebnis:

Im Hintergrund sieht man, dass wir die ärmere Gegend hinter uns gelassen haben. Es gibt blitzend weiße Häuser, gepflegte Hecken und wesentlich weniger Müll am Straßenrand.
Wir besuchen den Praia do Martinhal und pumpen elegant zwei SUPs auf.

Und weil die zwei Lukasse brav gepumpt haben, dürfen sie dann auch Lenken!

Nach einer gemächlichen Spritztour gönnen wir uns noch etwas Ruhe am Strand und spielen Boccia bis die Sonne untergeht.

Und weil wir es können, geben wir noch etwas mit gespiegelt-synchroner Stahlkugeljonglage an!

Ich will ja nicht sagen, wer besser jongliert. Aber vielleicht schaut mal, auf wen der Himmel seinen Finger richtet. Just saying.

2 Kommentare zu “Portugal – Tag 5 – Der Titel ist Wuascht”
Tolle Wolkenformation!
Viele schöne Tage noch
Danke 🙂