Portugal – Tag 1 – Frank Sintra


Wir starten unseren Tag mit Tee, Kuchen und einer warmen Dusche. Aus dem Badefenster beobachten wir eine Wildkatze, die kurz darauf freundlich von einem ebenso großen Hund begrüßt wird.

Die frühe Katze

Gut gestärkt marschieren wir zu viert für etwa 20 Minuten durch die engen Gassen in Richtung Busterminal. Zu Fuß geht hier niemand, gibt ja auch keine Gehsteige. Wir quetschen uns in die Linie 434 und merken sogleich, dass der morgendliche Waschgang umsonst gewesen ist.

Tik Tuk

Nach vielen spannenden, gepflasterten Kurven erreichen wir wie Zwiebeln angeschwitzt den Eingangsbereich zum Castelo dos Mouros, wo wir sogleich die hervorragenden sanitären Einrichtungen von Innen besichtigen.

Offline-Schlange

Wer online ein Ticket bucht spart nicht nur Geld (40c pro Person), sondern auch Zeit (unbezahlbar). So können wir ohne Warten unseren Weg zur Mauer starten. Der schattige Weg führt uns an zahlreichen, flechtenumwobenen Bäumen und moosbedeckten Felsen zur Festungsmauer.

Grün in Grau

Nun wissen wir hoch offiziell, dass wir in Portugal angekommen sind.

Schockierter Turm

Die Aussicht und der Rundgang auf der Festungsmauer sind jeden Cent wert, das Wetter spielt auch mit. Ein Hochgenuss mit Absturzgefahr, denn Geländer werden nur angebracht, wenn es wirklich notwendig erscheint.

Ein beschränkter Baum

Unser nächstes Ziel liegt einen vernünftigen Fußmarsch entfernt und nennt sich Palácio Nacional da Pena.

Schlossberg

Wieder buchen wir online unser Ticket, doch das Warten bleibt uns diesmal nicht erspart. Stolze 300 Personen dürfen alle 30 Minuten das Gelände des bunten Palast betreten.

Statement zum Massentourismus

Unser Ticket erlaubt es uns um 14:30 in der Schlange zu stehen. Etwa eine halbe Stunde benötigen wir um durch den „Tunnel“ zum Eingang des „Interior“ zu gelangen. Dort dürfen wir das Innere des Palast begutachten – immer noch in der Schlange gehend. Zu schnell um alles aufsaugen zu können, zu langsam um angenehm zu sein.

Echt kein Holz

Die Innenräume zeigen (wie die meisten anderen Prunkhäuser auch) wie gut es sich gewisse Reiche haben gehen lassen, während die Armen hungern mussten. Jeder Raum ist eigens gestaltet. Einen kleinen Einblick geben auch die unterschiedlichen Optiken der Zimmerdecken.

Echt nur 2D
Die Sache hat einen Haken

Und dann – FREIHEIT! Wieder frische Luft und im eigenen Tempo bewegen. Man vergisst schnell, wie gut es unsereins so geht.

Fleckerlteppich

Nach einem Rundgang über den Wall-Walk verabschieden wir uns vom Meerjungmann und machen uns wieder auf den Weg ins Tal.

Alraune auf dem Riff

Wir spazieren (auf) den Bahngleisen entlang, wo angeblich (so haben wir auf unserer ersten Uber-Fahrt gelernt) seit über 100 Jahren ein alter Zug fährt, um Leute von der Stadt an den Strand zu bringen.

Zug haben wir keinen gesehen, Bus haben wir verpasst. Zu Fuß, nach wie vor ohne Gehsteig, gehen wir bis zum Auto und fahren dann zum Cabo da Roca, dem westlichsten Punkt des Festlands des europäischen Kontinents.

Langsam Gary!

Über den steilen Klippen wachsen tausende an Sukkulenten, darunter schlagen die Wellen gegen den scharfen Stein.

Abgekapt

Wir genießen noch die untergehende Sonne, die langsam aber doch nicht hinter dem Horizont, sondern einer Wolkenwand verschwindet.

Wolkenuntergang

Den Abend lassen wir mit einem köstlichen Essen bei Casa do Mar sem Fim ausklingen, dessen brasilianischer Besitzer normalerweise kocht, jetzt aber mit seiner Frau getauscht hat und den Kellner macht. Weil sie überdies unterbesetzt und damit überfordert sind, mussten wir auf die zweite Runde Getränke bis zum Hauptgang warten, wurden dafür aber mit veganem, hausgemachten Eis entschädigt. Es gab Umbu + Cajá, Cupuaçu und Ananas-Pfefferminze, war großartig und wurde mit einem angebrachten Trinkgeld bezahlt.

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