Portugal – Tag 8 – Fifty fifty


Ein Bild sagt mehr als ein Wort:

Jack Johnson – In Between Dreams – Track 3

Für unseren heutigen Tag gibt es zwei Reiseziele: Benagil und Albufeira. Davor gibt es aber noch zwei weitere Ziele: Wäsche waschen und trocknen.

Wir befinden uns eigentlich nicht in einem normalen Airbnb, sondern einer Anlage, die die Website nützt um gefunden zu werden. Zum Glück für uns, denn wir haben sie gefunden und alles was wir brauchen. Insbesondere gibt es einen Waschraum mit Waschmaschinen und Trocknern. Lukas und Eva setzen nach unserer morgigen Trennung ihre Reise im Camper fort, müssen daher ihren Schmutzwäschekorb konvertieren; ich habe knapp gepackt und profitiere davon.

Wir waschen parallel in zwei Geräten. Bunte Wäsche in einem normalen (was auch immer normal ist) und weiß in einem das „Out of order“ ist, aber eigentlich funktioniert. Es wird vermutet, dass das Personal damit die Gäste abhält die Maschine zu belegen. Tja… Nach etwa einer Stunde ist Ziel #1 erledigt. Erfolg!

Ein Großteil der Wäsche ist für Trockner:innen geeignet und wird in eine:n solche:n eingeladen. Nach dem ersten Durchgang ist sie allerdings nicht trocken und wird ein weiteres mal mit heißer Luft zentrifugiert. Am Ende hängen wir doch alles auf und haben in Summe keine Zeit und kein Geld gespart, aber dafür Ziel #2 verfehlt. Das ergibt eine Erfolgsquote von 50%. Besser als Roulette.

Wir planen unsere Anreise zum Algar de Benagil konservativ und suchen uns einen etwas abgelegeneren Parkplatz aus, um einen etwas abgelegeneren Strand zu besuchen, um von dort aus mit den SUPs zum Hotspot zu fahren. Dabei stoßen wir auf ein Problem: Die Straße zum geplanten Parkplatz ist gesperrt. Es wird vermutet, dass das daran liegt, dass hier viel zu viele Menschen her kommen um ein doofes Loch anzusehen.

Wir ergattern also einen noch etwas abgelegeneren Parkplatz und teilen uns auf. Der kleine Lukas und Eva nehmen die SUPs und tragen sie zum östlich gelegenen Strand, um von dort über das Wasser an den westlichen gelegenen Strand zu fahren, zu dem Hannah und ich zu Fuß marschieren.

Wir passieren dabei ein verlassenes Gästehaus, dessen Rezeption von blumiger Vegetation zurückerobert wurde.

Das Ex-Hotel

Das Innenleben ist bis auf wenige Überbleibsel der Sanitäranlagen komplett ausgeräumt und mit Street-Art gefüllt, wobei das Gekrakel betrunkener Graffitanten wohl überwiegt.

Kinder, Kinder…

Etwas später erreichen wir die Küste, die sich von den bereits besuchten Regionen hauptsächlich in der Anzahl der Löcher unterscheidet.

Löcher sind in

Immer noch von der Schönheit begeistert schleppen wir uns durch die frühe Nachmittagshitze auf den öffentlichen Strand im Westen der Attraktion. Das wäre auf dem Bild noch westlicher als die beiden Bögen in der Klippe links. Am Weg dorthin erreichen wir das obere Ende, das bereits einen guten Einblick gibt. In die Beliebtheit von der Abwesenheit von Stein.

Nebenhöhlenuntersuchung

Bevor wir uns auf das Wasser wagen gibt es noch ein kleines Mittagessen am Strand. Während wir Salat und Brot mit Kürbis-Hummus verzehren beobachten wir ein Insekt, dass sich ein Loch in den Sand gräbt. Das ist wohl das Ding in dieser Region.

Screw you guys, I’m going home

Als wir das knallrote Gummifloß ins Wasser lassen wollen werden wir von einer aufmerksamen Strandwachfrau aus der Schwimmzone gepfiffen. Wir tragen das Teil zur Schiffszone und rudern… Ich korrigiere… Ich rudere uns auf dem SUP kniend in einem großen Bogen durch den hohen Bogen in die Höhle mit dem Loch im Dach.

Der Typ links.

Und was soll man sagen. Es ist schon beeindruckend.

Besonders gefällt mir aber der hintere Teil der Höhle, den ich nicht fotografieren kann, da ich mein Handy nicht bei mir habe. Er ist ohne Loch überdacht, aber ebenso rund wie die Hauptkammer und in der Mitte steht eine Art religionsneutraler Osterbaum der mit Muscheln, Steinen und anderen Andenken geschmückt ist. Um den Baum herum stehen hunderte Steintürme, wie sie andernorts bereits verboten wurden. Ich grabe einen Stein aus und lege ihn auf einen der Stapel, um auch eine Spur meiner Anwesenheit hier zu lassen. Natürlich fallen dabei drei andere gut ausbalancierte Steine zu Boden. Ein würdiger Beitrag! Es ist ruhig. Die Türme, der Baum in der Mitte und in den Sand gezeichnete Muster verschmelzen zu einem heiligen Ort. Ein Foto wäre dem Gefühl wohl auch kaum gerecht geworden.

Der Moment hält nicht lange an, als die nächste Horde an Schauwütigen mit ihrem Motorboot den innenliegenden Strand erreichen.

Wir kehren um und treten zu Fuß unseren Rückweg an, während der kleine Lukas und Eva ihre eigene Schleife schließen.

Klein, aber fein!

Reiseziel #1 ist damit erledigt. Nächstes Ziel: Albufeira. Auf in den Camper!

Wir nützen TripAdvisor um eine Lokalität für unsere Nachtmahlaufnahme zu finden. Wir wählen „Tiborna“ ein portugiesisches Restaurant in Guia, etwa zehn Minuten vor Albufeira gelegen. Eva lenkt uns gekonnt durch die von Kreisverkehren geprägte Straßenlandschaft und muss nur einmal an einem Bahnübergang anhalten, um einen langen Zieg passieren zu lassen.

Milchtransporter

Als wir an unserem Ziel ankommen und es nicht finden, lesen wir auf unserer bevorzugten Suchmaschinen-Website, dass dieses dauerhaft geschlossen ist. Wir besuchen mehr oder weniger blind ein weiteres Lokal und finden alles großartig, bis auf den Bacalhau. Hätten wir nur Sebastians Gesichtsausdruck ernst genommen.

Nachtmahlaufnahme

Bis der Krug Sangria geleert, und der Geschmack des gesalzenen Kabeljaus verdrängt sind, ist es schon relativ spät und so beschließen wir unser Reiseziel #2 auszulassen. Das ergibt eine Erfolgsquote von 50%. Besser als Roulette.

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