Nach einem gemütlichen Vormittag und – ja, ihr wisst eh – köstlichem Frühstück …


… fahren wir am Teufelsberg vorbei zum Olympiastadion. Den restlichen Tag verbringen wir am Lollapalooza. Wir sind sehr früh da, deswegen geht der Einlass super schnell und wir besuchen die noch sehr leeren, sauberen Toiletten und kundschaften das Gelände aus.


Es gibt vier (oder sechs) verschiedene Bühnen, einen Food-Court, ein von einem Erfrischungsgetränkekonzern gesponsertes Riesenrad, Laugenbrezen für lächerliche 7€ das Stück und gratis Trinkwasserstationen.

Das erste Konzert ist eine Brass-Techno Truppe von der wir tatsächlich schon zwei Platten zuhause haben. Wir lassen uns die Körper von gigantischen Subwoofern massieren und holen das beste Preis-Leistungs-Verhältnis aus unserer rifftauglichen 50+ Sonnencreme vom lokalen DM.

Im Laufe des Nachmittags lauschen wir Lauren Spencer Smith, Zara Larsson, Mimi Webb und Ava Max. Nicht ganz mein Jam, aber trotzdem gemütlich und ich schaffe drei ganze Kapitel und ein Powernap!

Auf der Alternativbühne rappt Graf Fidi in seinem Rollthron. Ich darf allerdings kein Lob über ihn aussprechen, sonst schreib er womöglich ein Lied über mich. Er meint auch von sich selbst er sei ein Arschloch, das dafür mit links.

Während es langsam dunkler wird bespielen Mumford and Sons die Hauptbühne Süd. Die Verzögerung zwischen Bild und Ton ist

dem Konsumationsfluss nicht dienlich.
Zwischenzeitlich genießen wir Wasser, veganes Gulasch, Brezen und Panini. Verzichten auf das Anstellen beim Glücksrad, bei dem man Minzzuckerl oder einen Fischerhut gewinnen kann. Die Herrentoilette mit etwa 50 Pissoirs hingegen verwandelt sich in eine zähflüssig besuchte Unisex-Toilette und Flaschennachfüllstation mit Urwaldklima, wo die Schlangen eine beachtliche Länge erreichen.
Überhaupt gilt: Je dunkler der Nachthimmel, desto voller das Gelände. Laut Berliner Morgenpost sind es etwa 60.000 Besucher:innen und außen. In Summe ist alles gut organisiert, strukturiert und preislich ungeniert.
Der letzte Auftritt den wir uns mit Aug und Ohr hinter die Stirn ziehen ist ein namensvetterlicher Sprechsänger aus Langen. Die als Garage gestaltete Bühne mit integriertem Förderband bringt Pakete in dein Märchenland, die Atmosphäre und Lichttechnik der Bühne inmitten von den tausenden Sitzen der umliegenden Stadiontribühnen sind der Performance würdig.

Als überdurchschnittliche große Fans sind wir drei restlos von der Inszenierung und den feuerspeienden Gartenzwergen begeistert. Positiv überraschend sind die Gastauftritte von Sido und Esther Graf in den jeweiligen Kollaborationen über Monet und Adam und Eva.
Das Konzert ist exzellent und verstärkt die Vermutung weiter, dass dieser Lukas bald mal eine Berufspause macht. Er legt übrigens auch mir nahe, meinen Chef anzurufen und zu kündigen, weil ich zu viel arbeite. Ich bin zu diesem Zeitpunkt allerdings auf einem Konzert und damit nicht erreichbar.

Wir sind, ob der ersten Verspätung eines öffentlichen Verkehrsmittels seit unserer Ankunft in Berlin, gegen Mitternacht im Quartier und fallen durch die Dusche ins Bett.
