Unser heutiger Tag beginnt im siebten Stock eines Apartmentkomplexes in Setúbal, einer Stadt mit etwa 120.000 Einwohner:innen südöstlich von Lissabon.

Von dort aus starten wir unsere Reise zum Decathlon. Nein, kein Tippfehler, wir machen doch keinen Zehnkampf… Wir wollen in den Wallmart für Sportartikel, auf der Suche nach einem Anfänger-Surfboard und Strandbesohlung. Ersteres ist leider vergriffen. Auch die Gebrauchtwarenabteilung selbigen Geschäfts gibt nichts passendes her, wobei das Vorhandensein jener bereits gute Stimmung verbreitet. Flip-Flops für groß geratene Füße sind aber verfügbar. Sie sind sogar sehr, sehr günstig! Quasi geschenkt. Wofür das kleine schwarze Ding vorne dran ist, verstehe ich aber nicht ganz…

Wie das neue Equipment vielleicht vermuten lässt, ist der nächste Stop ein Strand. Ein Strand mit Surfschule und Wellen! Wir landen am Praia de Sao Torpes, das ist ungefähr hier:

Torpes bedeutet im Spanischen „unbeholfen“. Gut, dass wir in Portugal sind. Am Verleih schnappe ich mir ein Anfänger-Surfboard und starte gemeinsam mit Lukas motiviert ins Wasser.

Die Sicherheitsleine kommt auf den hinteren Fuß, das war das ganze Setup. Im Vergleich zum Wind- oder Kite-Surfen ein Kinderspiel. Und dann heißt es Rudern mit den körpereigenen Paddeln. Bauch nach unten am Brett liegend raus auf’s Meer, um etwas Land zu gewinnen. Und dann, wenn die Welle kommt, wieder in Richtung Ufer, um nicht von der Welle überrumpelt zu werden, oder unterrumpelt… Und wenn man schnell genug ist, nimmt sie einen mit, und das ist dann großartig!

Leider ist die Kondition meiner Arme eher arm und mein Rücken, ob des letzten Bettes, eher unentspannt, weshalb meine erste Surferfahrung mit einem Schmerzmittel für den Kopf endet und nicht mit einem Juli-Song. Aber die Lust hat mich gepackt und morgen ist ja auch noch ein Tag. Und übermorgen, und so weiter…
Wir verlassen den Strand und tuckern zu unserem nächsten Quartier. Ein etwas abgelegeneres (hoffentlich im Gegensatz zur Matratze), ländliches Haus mit einem netten Gemeinschaftsbereich und einer Outdoor-Küche, die wir nicht nützen dürfen, weil wir eine eigene Küche haben (trotzdem cool). Und einem Pool, aber wer braucht den schon, wenn man ein Meer hat?

Wir parken, checken ein und parken wieder aus, denn die Sonne ist am Untergehen, und das wollen wir nicht verpassen. Wir fahren zum Praia da Arrifana, wo wir morgen wieder ins Wasser wollen, und genießen die Aussicht auf ein großartiges Surferlebnis.
